ABBL meets press - 30/07/2010
Einführende Rede von Ernst Wilhelm Contzen, ABBL Präsident
United we stand – divided we fall – das war ein Zitat, welches ich in meiner ersten Rede als ABBL Präsident gewählt habe. Ich habe dies zu meiner Devise der Präsidentschaft gemacht: Nur zusammen sind wir stark! Nur gemeinsam können wir für eine erfolgreiche Zukunft des Finanzplatzes die erforderlichen Kräfte aufbringen – jeder von uns ist gefragt!
Nur selten stand unsere Branche stärker im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Die Finanzkrise hat uns vor nicht gekannte Herausforderungen gestellt. Jetzt ist es wichtig, Wettbewerbsfähigkeit zu beweisen und sich als Finanzplatz weltweit zu behaupten und ihn weiter auszubauen.
Die Finanzkrise wird häufig auch als Vertrauenskrise bezeichnet. Gerade jetzt ist es wichtig, das Vertrauen in unsere Produkte, unseren Finanzplatz und unsere Fähigkeiten zu stärken, um gemeinsam UNSEREM Finanzplatz eine sichere Zukunft bieten zu können.
Zusammenhalt und Vertrauen kann nur aufgebaut werden, durch Zusammenarbeit.
Kurz gesagt: Man muss einander kennen, um gemeinsam Visionen und Ziele verfolgen zu können.
Um dies zu ermöglichen, habe ich in den vergangenen Tagen und Monaten, gemeinsam mit unserem Vizepräsidenten Carlo Thill – der heute leider urlaubsbedingt nicht teilnehmen kann - und dem Team der ABBL, viele Menschen getroffen, viele Diskussionen geführt und immer noch Neues über unsere Branche und den Finanzplatz gelernt.
Es war mir wichtig, dabei auch auf die Aufgaben der BBL eingehen zu können: Die ABBL kann für unsere Zukunft am Bankenplatz eine Art “Denkfabrik” sein, hier kanalisieren sich Ideen, können Visionen zu Plänen werden und durch uns alle umgesetzt und in der Öffentlichkeit vertreten werden.
Für uns als ABBL ist es dabei nicht genug, nur zuzuhören. Wir möchten mithelfen, dem Finanzplatz eine sichere Zukunft zu schaffen. Als ABBL möchten wir die Stimme des Finanzplatzes sein.
In den letzten hundert Tagen ist es uns gelungen, dieser gemeinsamen Stimme Gehör zu verschaffen: Der Finanzsektor ist die wichtigste Branche in Luxemburg. Unsere Stimme muss in den wichtigen Diskussionen, die zur Zeit geführt werden, angehört werden.
Damit meine ich zum Beispiel Themen wie:
* Tripartite
* Sozialkosten
* Steuern
* Regulatorische Dinge
Gerade in diesen Themengebieten ist es wichtig, gemeinsam für eine erfolgreiche Zukunft zu agieren.
Luxemburg kann sich in Zukunft nur behaupten, wenn wir gemeinsam agieren. Alle Beteiligten am Finanzplatz müssen enger zusammen arbeiten, um so die bevorstehenden Herausforderungen meistern zu können. Es ist wichtig,
dass wir GEMEINSAM für die Zukunft arbeiten, Visionen entwickeln und diese in den kommenden Jahren realisieren.
Nur GEMEINSAM können wir die Regeln für den zukünftigen Finanzplatz gestalten und diese leben. Gleiches gilt auch für die Öffentlichkeitsarbeit: Wir müssen nach innen und nach außen gemeinsam mit einer Strategie kommunizieren. Einfach gesagt: Wir müssen lernen, die gleiche Sprache zu sprechen (auch wenn das an einem internationalen Platz wie Luxemburg nicht zu ernst genommen werden kann).
Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise Werbung für den Finanzplatz bedeutet nicht nur die Kommunikationsmaßnahmen auf internationaler Ebene. Öffentlichkeitsarbeit muss auch intern passieren – und gelebt werden. Auch innerhalb unseres Landes Luxemburg ist es wichtig zu zeigen, wuie wichtig der Finanzsektor ist. Nur wenn alle unsere Situation verstehen können wir gemeinsam handeln und für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes arbeiten.
Vertrauen basiert auf gutem Ansehen und der entsprechenden Reputation. Daher ist es besonders wichtig, dass wir uns bewußt werden, wie wichtig eine gute Reputation ist und dass wir diese in keinster Weise aufs Spiel setzen dürfen. Daher unterstützen wir aufs Ganze alle Maßnahmen der Regierung im Bezug auf FATF ('Financial Action Task Force on Money Laundering') und weitere Gesetzgebungen, die uns weltweit einen guten Ruf in der Finanzbranche sichern werden. Je besser wir unseren Kunden kennen, um so leichter wird es uns fallen, ihn entsprechend seinen Wünschen und Vorstellungen beraten und betreuen zu können.
Das traditionelle Bankgeheimnis, wie wir es in Luxemburg kennen, wird sich allerdings in den kommenden Jahren verändern. Doch auch in Zukunft muss die Privatsphäre eines jeden, ob Kunde oder Einwohner, in gewisser Art und Weise geschützt werden, ich meine damit, dass es keinen automatischen Informationsaustausch geben darf.
Um eine effektive Bankenaufsicht auch in Zukunft zu gewährleisten, ist es wichtig, auch hier die Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren, also der CSSF, der Zentralbank, der Politik und auch den Banken vor Ort, zu verstärken. Nur so kann es gelingen, Aufsicht und Gesetzgebung zum Schutz und zum Wohle des Finanzplatzes zu gestalten.
Die heutigen Zeiten verlangen aber auch ein Umdenken im Bezug auf unsere Wettbewerbsfähigkeit. In der Vergangenheit hat sich Luxemburg als attraktiver Arbeitsort mit geringen Lohnnebenkosten und einem funktionierenden Sozialsystem beweisen können. Auch in Zukunft müssen diese Vorteile gewahrt werden. Dies kann nur durch Kostenreduktion und eine effektive Steuerpolitik geschehen. Nur so wird es uns gelingen, weiterhin hochqualifiziertes Personal anzuziehen und neue Stellen zu schaffen.
Wie Sie alle wissen, ist es wichtig ALLE tragenden Säulen des Finanzplatzes zu vermarkten und zukunftsfähig zu machen. Diese sind:
• Das Privatkundengeschäft
• Die Fondsindustrie
• Das Internationale Kreditgeschäft
• Der Versicherungssektor
Meine Damen und Herren, Sie sehen, es ist noch eine Menge zu tun! Ein wichtiges Mittel bei unserer Arbeitet ist die Kommunikation. In diesem Kontext sind Sie, meine Damen und Herren der Presse, sehr wichtig für uns. Sie haben auch in den ersten hundert Tagen meiner Präsidentschaft in der ABBL dazu beigetragen, dass wir eine entsprechende positive Medienpräsenz hatten – auch das trägt dazu bei, unsere Ziele zu erreichen! Dafür herzlichen Dank!