Money Muling

Was ist Money Muling?

  • Ein Money Mule („Geldesel“) ist eine Person, die illegal erhaltenes Geld im Namen anderer Personen zwischen verschiedenen Zahlungskonten transferiert, sehr oft in verschiedenen Ländern.
  • Money Mules werden auch von Kriminellen angeworben, damit sie Geld auf ihrem Bankkonto empfangen und es auf ein anderes Konto überweisen, meist im Ausland. Für diesen Service erhalten sie dann eine Provision.
  • Auch wenn Money Mules nicht an den Straftaten beteiligt sind, aus denen das Geld stammt (Internetkriminalität, Zahlungs- und Online-Betrug, Drogen- und Menschenhandel usw.), handeln sie illegal, weil sie den Erlös aus Straftaten waschen und kriminellen Syndikaten helfen, Geld auf der ganzen Welt zu verschieben.
  • Wenn herausgefunden wird, dass Sie als Money Mule fungieren – auch wenn Sie es unwissentlich tun –, drohen Ihnen Gefängnisstrafen, Geldstrafen oder Sozialdienst und Sie werden vermutlich nie wieder eine Hypothek aufnehmen oder ein Bankkonto eröffnen können.

Wie werden Money Mules angeworben?

Mit dem Aufkommen neuer Technologien und Trends entwickeln organisierte Verbrechergruppen neue Systeme, um Menschen hinters Licht zu führen und für ihre betrügerischen Zwecke einzuspannen:

  • scheinbar legitime Stellenanzeigen (z. B. „Geldtransferagenten“)
  • scheinbar legitime Online-Beiträge
  • direkte Ansprache persönlich oder per E-Mail
  • soziale Medien (d. h. Facebook-Beiträge in geschlossenen Gruppen)
  • Nachrichten, die über Instant Messaging-Apps gesendet werden (z. B. WhatsApp, Viber)

Welche Personen werden vorzugsweise angeworben?

  • Beliebte Ziele sind Menschen, die erst seit Kurzem im Land leben (die häufig kurz nach ihrer Ankunft angesprochen werden), Arbeitssuchende, Studenten und Menschen in wirtschaftlicher Not.
  • Männer werden eher als Mules angeworben als Frauen, und die Altersgruppe 18–34 Jahre ist interessanter als Menschen über 55 Jahre.

Welche Warnzeichen gibt es?

Die folgenden Merkmale weisen nicht zwangsläufig auf eine Anwerbung als Money Mule hin, können jedoch ein Hinweis darauf sein:

  • Money Mule-Anzeigen oder -Angebote kopieren möglicherweise die Website eines echten Unternehmens und haben eine ähnliche Internetadresse, damit der Betrug echt wirkt.
  • Erfolgt die Anwerbung per E-Mail, ist der Text oft schlecht formuliert, mit einer schlechten Satzstruktur sowie Grammatik- und Rechtschreibfehlern. Die mit dem Angebot verknüpfte E-Mail-Adresse stammt von einem webbasierten Dienst (Gmail, Yahoo!, Windows Live Hotmail usw.) und nicht von einer Unternehmensdomain.
  • In diesen Anzeigen ist üblicherweise angegeben, dass es sich um ein ausländisches Unternehmen handelt, das „lokale/nationale Vertreter“ oder „Agenten“ sucht, die für einen bestimmten Zeitraum in ihrem Namen tätig werden, manchmal um hohe Transaktionskosten oder lokale Steuern zu vermeiden.
  • Die Position sieht den Transfer von Geld oder Waren vor.
  • Die Aufgaben im Einzelnen werden nicht beschrieben.
  • Es werden keine Voraussetzungen im Hinblick auf Ausbildung oder Erfahrung genannt.
  • Alle Interaktionen und Transaktionen werden online durchgeführt. Das Angebot verspricht erhebliches Verdienstpotenzial bei geringem Aufwand.
  • Die Art der Tätigkeit, die das Unternehmen vorgeblich ausübt, kann variieren, aber bei der Stelle geht es immer darum, dass Ihr Bankkonto genutzt wird, um Geld zu verschieben.

Wie kann man sich schützen?

  • Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, gibt es meist einen Haken.
  • Seien Sie sehr vorsichtig bei unerwünschten E-Mails oder Kontaktaufnahmen über die sozialen Medien, die mit Möglichkeiten locken, leichtes Geld zu verdienen.
  • Überprüfen Sie jedes Unternehmen, das Ihnen ein Stellenangebot unterbreitet, sowie dessen Kontaktdaten (Adresse, Festnetznummer, E-Mail-Adresse und Website) und vergewissern Sie sich, dass es in Ihrem Land registriert ist.
  • Seien Sie besonders vorsichtig bei Stellenangeboten von Personen oder Unternehmen aus dem Ausland, da es schwer sein wird herauszufinden, ob diese wirklich legitim sind.
  • Geben Sie niemals Ihre Bankkontodaten oder andere persönliche Daten an Dritte weiter, es sei denn, Sie kennen sie und vertrauen ihnen.
  • Achten Sie auf die oben beschriebenen allgemeinen Warnhinweise und recherchieren Sie, bevor Sie zusagen.

Wie verhalten Sie sich?

  • Wenn Sie E-Mails dieser Art erhalten, antworten Sie nicht darauf und klicken Sie nicht auf die darin möglicherweise enthaltenen Links. Informieren Sie stattdessen die Polizei.
  • Wenn Sie nach der Lektüre dieses Flyers glauben, als Money Mule missbraucht zu werden, stoppen Sie sofort die Geldtransferaktivitäten und benachrichtigen Sie Ihre Bank, den Service, den Sie für die Transaktion genutzt haben, und die Strafverfolgungsbehörde.

Weitere Informationen

Money Muling – EUROPOL Webseite

Kontakt

Lëtzebuerger Bankenassociatioun

Adresse

12, Rue Erasme L-1468 Luxembourg

Telefon Fax
Ëffnungszäiten

Méindeg bis Freideg vu 8:00 bis 17:30.